Deutschland ist für viele internationale Fach- und Führungskräfte ein attraktiver Arbeitsmarkt. Wer hier nach einer Trennung eine neue Position sucht, stößt jedoch schnell auf Besonderheiten: andere Bewerbungsstandards, die Frage der Sprache, fehlende Netzwerke und Erwartungen, die in keiner Stellenanzeige stehen.
Ein Outplacement für Expats in Deutschland setzt genau hier an. Dieser Beitrag beschreibt sieben typische Hürden – und wie sie sich lösen lassen. Er richtet sich an internationale Fach- und Führungskräfte in Deutschland ebenso wie an deutsche Rückkehrer aus dem Ausland. Eine englischsprachige Übersicht des BLCI-Angebots gibt es auf der Seite Outplacement for Expats in Germany and German Returnees.
Hürde 1: Die Sprachfrage
Nicht jede Position in Deutschland setzt fließendes Deutsch voraus. In international ausgerichteten Unternehmen, Konzernzentralen, Tech-Unternehmen oder Forschungsabteilungen ist Englisch häufig Arbeitssprache. In vielen mittelständischen Unternehmen und in kundennahen Führungsrollen sind Deutschkenntnisse dagegen oft ein wichtiges Kriterium.
Lösungsweg: Früh und ehrlich einschätzen, welche Rollen mit dem aktuellen Sprachniveau realistisch sind, und die Suche entsprechend fokussieren – statt pauschal alle Stellen zu verfolgen. Wer Deutsch lernt, sollte das im Profil konkret und nachvollziehbar darstellen. Bei BLCI ist Beratung auf Englisch Alltag: Laut der Seite Outplacement für Expats und Rückkehrer spricht mehr als die Hälfte der Klientinnen und Klienten kein Deutsch.
Hürde 2: Rollen und Titel richtig übersetzen
Ein „Vice President“ in einem US-Konzern, ein „Director“ in Großbritannien und ein Bereichsleiter in einem deutschen Mittelständler können sehr unterschiedliche Verantwortung tragen. Werden Titel eins zu eins übernommen, entstehen schnell Missverständnisse – in beide Richtungen.
Lösungsweg: Statt Titel zu übersetzen, wird die tatsächliche Verantwortung beschrieben: Führungsspanne, Budget- und Ergebnisverantwortung, Berichtslinie, Märkte und Entscheidungskompetenzen. So können deutsche Arbeitgeber das Profil richtig einordnen.
Hürde 3: Deutsche Bewerbungsstandards
Der deutsche Bewerbungsmarkt hat eigene Konventionen. Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse und Referenzen werden hier teilweise anders erwartet als im angelsächsischen oder asiatischen Raum – etwa ein klar strukturierter, lückenlos nachvollziehbarer Lebenslauf oder die Bedeutung formaler Qualifikationen. Auch Online-Profile auf LinkedIn und im deutschsprachigen Raum auf Xing spielen eine Rolle.
Lösungsweg: Unterlagen gezielt für den deutschen Markt aufbereiten – auf Deutsch, auf Englisch oder in beiden Sprachen, je nach Zielunternehmen. BLCI erstellt Bewerbungsunterlagen nach eigener Darstellung in deutscher und englischer Sprache.
Hürde 4: Die richtigen Zielunternehmen finden
Nicht jedes Unternehmen ist offen für Kandidatinnen und Kandidaten ohne Deutschkenntnisse oder mit einem ungewohnten internationalen Werdegang. Eine breit gestreute Bewerbungsstrategie führt deshalb schnell zu Frustration.
Lösungsweg: Eine gezielte Recherche nach Kriterien wie Konzernsprache, internationaler Ausrichtung, Standort und Branche. Zum Angebot von BLCI gehört laut Leistungsbeschreibung die Recherche von Unternehmen, die offen für Bewerberinnen und Bewerber ohne Deutschkenntnisse sind. Ergänzend kann eine direkte Ansprache über inverses Headhunting und Jobsearch sinnvoll sein.
Hürde 5: Fehlende Netzwerke in Deutschland
Wer erst seit einigen Jahren in Deutschland lebt, verfügt oft über ein starkes internationales, aber ein schwaches lokales Netzwerk. Gerade für Führungspositionen, die häufig über Empfehlungen und Personalberater besetzt werden, ist das ein Nachteil.
Lösungsweg: Das Netzwerk systematisch erweitern – über Branchenverbände, bilaterale Handelskammern, Alumni-Organisationen, internationale Communitys und gezielte Gespräche mit Personalberatern. Wie Führungskräfte den nicht ausgeschriebenen Teil des Marktes erschließen, beschreibt der Beitrag Verdeckter Arbeitsmarkt: Wie Führungskräfte Positionen finden, die nie ausgeschrieben werden.
Hürde 6: Interviews auf Deutsch oder Englisch – und unausgesprochene Erwartungen
Auch wenn das Interview auf Englisch stattfindet, bleiben kulturelle Erwartungen bestehen. In deutschen Auswahlprozessen stehen oft Sachlichkeit, Struktur, fachliche Tiefe und belegbare Ergebnisse im Vordergrund. Eine Selbstdarstellung, die in anderen Märkten üblich ist, kann hier schnell übertrieben wirken – umgekehrt kann zu viel Zurückhaltung als fehlende Überzeugung missverstanden werden.
Lösungsweg: Gesprächssimulationen in der Sprache des späteren Interviews, abgestimmt auf die konkrete Zielposition. Dazu gehört auch die Vorbereitung auf Assessment Center, die bei der Auswahl von Führungskräften eingesetzt werden können.
Hürde 7: Vergütung, Vertrag und Aufenthaltsstatus
Gehaltsstrukturen, variable Vergütung, Zusatzleistungen, Probezeit und Kündigungsfristen unterscheiden sich in Deutschland teils deutlich von anderen Ländern. Wer Angebote mit dem bisherigen Paket vergleicht, sollte Brutto-Netto-Effekte, Sozialversicherung und übliche Vertragsbestandteile berücksichtigen.
Lösungsweg: Realistische Vergleichswerte für die Zielposition einholen und Verhandlungen gezielt vorbereiten. Für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten kann ein Jobwechsel zudem Auswirkungen auf den Aufenthaltstitel haben: Wer etwa eine Blaue Karte EU besitzt, muss einen Arbeitgeberwechsel in den ersten zwölf Monaten der Beschäftigung der Ausländerbehörde mitteilen. Solche Fragen – ebenso wie Fragen zur internationalen Besteuerung – sollten frühzeitig mit der zuständigen Behörde oder spezialisierten Fachleuten geklärt werden.
Sonderfall Rückkehrer: zurück in den deutschen Markt
Deutsche, die nach mehreren Jahren im Ausland zurückkehren, stehen vor ähnlichen, aber eigenen Herausforderungen. Netzwerke sind oft ausgedünnt, und internationale Erfahrung wird nicht automatisch als Vorteil wahrgenommen. BLCI weist auf seiner Expats-Seite darauf hin, dass Rückkehrer es oft nicht so leicht haben, wie sie zunächst denken.
Entscheidend ist, die Vorteile des Auslandsaufenthalts für den künftigen Arbeitgeber herauszuarbeiten: Markterfahrung, interkulturelle Führung, der Aufbau neuer Geschäftsbereiche oder die Zusammenarbeit mit internationalen Stakeholdern. Für mitreisende Partnerinnen und Partner bietet BLCI zudem ein Spouse Career Counselling an.
Wann Outplacement International die bessere Wahl ist
Nicht jeder Expat möchte in Deutschland bleiben. Wer die nächste Position ebenso in einem anderen europäischen Land oder weltweit sucht, braucht eine breitere Strategie. Für diese Fälle bietet BLCI Outplacement International an. Für Führungskräfte mit internationalem Profil lässt sich das mit dem Programm für Führungskräfte und Top-Management verbinden.
Häufige Fragen zum Outplacement für Expats
Kann die gesamte Beratung auf Englisch stattfinden?
Ja. BLCI bietet alle Beratungen in deutscher und englischer Sprache an – auf Wunsch auch virtuell.
Ist eine Führungsposition in Deutschland ohne Deutschkenntnisse realistisch?
Das ist möglich, hängt aber stark von Branche, Unternehmen und Rolle ab. Entscheidend ist eine gezielte Auswahl von Zielunternehmen, in denen Englisch Arbeitssprache ist.
Was ist Spouse Career Counselling?
Eine Karriereberatung für mitreisende Partnerinnen und Partner von Expats oder Rückkehrern. Ziel ist, dass beide Partner ihre Karriere erfolgreich fortsetzen können.
Wer bezahlt das Outplacement für Expats?
Wie bei anderen Programmen kann der Arbeitgeber die Kosten übernehmen, die betroffene Person selbst zahlen oder beide Seiten teilen sich die Kosten.
Fazit: Internationale Erfahrung für den deutschen Markt übersetzen
Internationale Fach- und Führungskräfte bringen viel mit, was deutsche Unternehmen suchen. Damit das sichtbar wird, müssen Sprache, Unterlagen, Zielunternehmen und Netzwerk auf den deutschen Markt abgestimmt sein. Mit einer klaren Strategie werden die sieben Hürden zu lösbaren Aufgaben. Einen Eindruck von Auftraggebern aus Wirtschaft und öffentlichem Bereich, mit denen BLCI gearbeitet hat, vermittelt die Seite Referenzen.
Wer die eigene Situation – auf Deutsch oder Englisch – besprechen möchte, kann ein unverbindliches Erstgespräch mit BLCI vereinbaren.
Unverbindliches Erstgespräch
Sie möchten Ihre Situation vertraulich besprechen? Vereinbaren Sie ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch – persönlich in Düsseldorf oder virtuell.
Telefon: +49 179 45 49 214 · E-Mail: karriere@blci.de